Verkehrsrechtsschutz – Test und Erfahrungen 2018

Wieso ist ein Verkehrsrechtsschutz wichtig und sinnvoll?

Wenn es im Straßenverkehr kracht, kommt es in der Folge oftmals zu einem langwierigen Rechtsstreit. Im Rahmen dieses Streits entstehen in der Regel hohe Rechtsanwalts- und Gerichtskosten. Da die anfallenden Kosten stets nach dem Streitwert berechnet werden, können aus auf den ersten Blick geringe Schäden schnell Gebühren in Höhe von mehreren tausend Euro entstehen. Ganz besonders problematisch ist es, wenn sich die Versicherung des Unfallgegners weigert, für die Schäden ihres Versicherungsnehmers zu zahlen. Dann wird der Gang des Geschädigten zum Rechtsanwalt unumgänglich. Um sich vor diesen vorab kaum einkalkulierbaren hohen Kosten zu schützen, empfiehlt es sich für jedermann, eine Rechtsschutzversicherung abzuschließen.

Je nach dem gewählten Versicherungsanbieter und dem vereinbarten Tarif können sich die Leistungen von Verkehrsrechtsschutzversicherungen teilweise stark voneinander unterscheiden. Im Regelfall greift die Versicherung, um den finanziellen Schaden nach einem Verkehrsunfall zu regulieren, nach einem Unfall oder einer (versuchten) Fahrerflucht den finanziellen Schaden aufzufangen, nach einer falsch ausgeführten Reparatur in einer Kfz-Werktstatt eine neue Reparatur durchzuführen, die Mehrkosten im Falle einer falschen Steuerberechnung durch eine Steuerbehörde zu übernehmen oder um ein Strafverfahren zu finanzieren, in welchem dem Unfallfahrer zum Beispiel eine Körperverletzung vorgeworfen wird.

In diesem Zusammenhang kann der Versicherungsnehmer einen Rechtsanwalt oder einen Mediator beauftragen. Die fälligen Kosten hierfür werden von der Versicherung übernommen. Viele Verkehrsrechtsschutzversicherungen bieten darüber hinaus noch ergänzende Leistungen an. Hierzu können beispielsweise eine Notfall-Hotline, die jederzeit für den Versicherungsnehmer erreichbar ist oder die Vermittlung eines Fachanwalts zählen.

 

Welche Leistungen sind in der Versicherung enthalten?

Je nachdem, welcher Versicherungstarif abgeschlossen wurde, kann die Versicherung für ein Fahrzeug oder für mehrere Fahrzeuge eines Haushalts gelten. Bei Abschluss eines Verkehrsrechtsschutzes für ein Fahrzeug sind der Halter, der Besitzer, der berechtigte Fahrer und mögliche Insassen mitversichert.

Der Versicherungsnehmer ist darüber hinaus auch bei Fahrten in einem Mietwagen und sogar als Fußgänger, Radfahrer oder Passagier in einem öffentlichen Verkehrsmittel (zum Beispiel im Bus oder in der Bahn) versichert. Entscheiden sich Versicherungsnehmer für einen sogenannten „Komplettschutz“, so sind die Familienangehörigen ebenfalls abgesichert. In diesem Fall schützt die Versicherungen die Angehörigen im Straßenverkehr, auch wenn diese nicht in dem versicherten Auto, beziehungsweise in einem der versicherten Autos mitfahren.

 

Verkehrsrechtsschutz im Vergleich

Im Internet bieten viele seriöse Vergleichsportale eine Übersicht über mögliche Rechtsschutzversicherungen zum Vergleichen an. Bei einem Verkehrsrechtsschutz Vergleich werden stets die finalen Preise und die Konditionen der unterschiedlichen Tarife transparent und übersichtlich dargestellt. Für den Vergleich müssen lediglich auf der jeweiligen Website Auskünfte zur aktuellen Beschäftigungssituation, zum gewünschten Umfang der Versicherung und zum beruflichen Status des Ehepartners gemacht werden.

Eine große Hilfe bei der Suche nach einer zuverlässigen und seriösen Verkehrsrechtsschutzversicherung können darüber hinaus Bewertungsportale und Erfahrungsberichte im Internet sein. Auch vergleicht die Stiftung Warentest regelmäßig im Rahmen eines Rechtsschutz Test die unterschiedlichen Versicherungstarife miteinander. Gute Bewertungen sind hierbei in der Regel ein Indikator für faire Konditionen betreffend der Preisstruktur, der Vertragslaufzeiten, der Zuverlässigkeit des Kundenservices und Neu- und Bestandskundenaktionen.

 

Kosten der Versicherung – Mit dem Test zur besten Variante!

Bei den Tarifen im Bereich Verkehrsrechtsschutz handelt es sich stets um dynamische und flexible Tarife, die von den Versicherungsunternehmen regelmäßig in Bezug auf die Leistungen und Preise geändert werden. Somit kann kein konkreter Preis genannt werden, der für eine Verkehrsrechtsschutzversicherung pro Jahr kontinuierlich gezahlt werden muss.

Generell bieten alle Verkehrsrechtsschutzversicherungen laut Stiftung Warentest ein sehr gutes bis gutes Preis-Leistung-Verhältnis an. Bei einer Selbstbeteiligung zur Höhe von 150 Euro zahlen Alleinstehende beim günstigsten Versicherungsanbieter beispielsweise lediglich rund 40 Euro pro Jahr. Familien mit mehreren Fahrzeugen hingegen zahlen beim günstigsten Anbieter aktuell knapp unter 100 Euro pro Jahr für den Versicherungsschutz.

 

Wer zählt zur Zielgruppe eines Verkehrsrechtsschutz?

Generell kann jede Person, die aktiv im Straßenverkehr auftritt vom Abschluss einer Verkehrsrechtsschutzversicherung profitieren. Auch Fußgänger oder Radler können an Verkehrsunfällen beteiligt sein. Da die Gebühren für eine Verkehrsrechtsschutzversicherung einerseits nicht besonders hoch sind und es im Verkehrsrecht zudem zu überdurchschnittlich vielen Rechtsstreitigkeiten kommt, kann sich der Versicherungsabschluss rasch als lohnende Investition herausstellen.

Mit oder ohne Selbstbeteiligung?

Je nach Art der abgeschlossenen Versicherung kann eine Selbstbeteiligung anfallen. Diese liegt im Regelfall zwischen 150 bis 500 Euro. Einige Versicherungsanbieter verzichten jedoch auch völlig auf etwaige Selbstbeteiligungen. Zudem erlassen einige Versicherungsanbieter die Selbstbeteiligungssumme nach einer gewissen Zeit, in der kein Schaden geltend gemacht wurde. Hiermit können Versicherungsnehmer etwa nach fünf Jahren Vertragslaufzeit rechnen.

 

Beinhalten alle Rechtsschutzversicherungen auch Übernahmen im Bereich Verkehrsrecht?

Ob eine regulär abgeschlossene Rechtsschutzversicherung auch die Kosten im Bereich Verkehrsrechtsschutz übernimmt beziehungsweise ob Zeiten zum Warten entstehen, ist abhängig davon, ob dies vorab im jeweiligen Versicherungsvertrag vereinbart wurde. In manchen Fällen ist der Verkehrsrechtsschutz in Privatrechtsschutzversicherungen inbegriffen. Im Regelfall ist eine Verkehrsrechtsschutzversicherung jedoch entweder separat oder als zusätzlicher Baustein zu einem bestehenden Versicherungsvertrag abzuschließen.

 

Kostenabdeckung durch die Versicherung

Im Falle eines Gerichtsprozesses muss der Verlierer in der Regel die gesamten Gerichtskosten zahlen. Wird ein Vergleich abgeschlossen, werden generell Teile der gesamten Gerichtskosten fällig. Wurde eine Verkehrsrechtsschutzversicherung abgeschlossen, so zahlt diese den eigenen und den gegnerischen Rechtsanwalt, die Gerichtskosten und die Kosten für mögliche Gutachten.

Auch bei einer außergerichtlichen Einigung zahlt die Rechtsschutzversicherung die bis dahin entstandenen Kosten. Hierbei werden immer die im Versicherungsvertrag vereinbarten Versicherungssummen berücksichtigt. Als üblich gelten Deckungssummen von ein bis zwei Millionen Euro im Inland und bis zu 100.000 Euro im Ausland. Zudem gibt es Grenzen, beispielsweise Strafkautionen, die von der Verkehrsrechtsschutzversicherung übernommen oder ausgelegt werden. Zu beachten ist, dass eine Verkehrsrechtsschutzversicherung prinzipiell nicht für Bußgelder oder Geldstrafen aufkommt.

 

Wann sind Kostenübernahmen ausgeschlossen?

Grundsätzlich kann die Verkehrsrechtsschutzversicherung die Übernahmen von Kosten verweigern, wenn das Fahrzeug zum Zeitpunkt des Unfalls nicht zugelassen oder der Fahrer nicht zum Fahren des Fahrzeugs berechtigt war (beispielsweise weil er zum jeweiligen Zeitpunkt keinen gültigen Führerschein hatte). Vorsätzlich verursachte Unfälle sind ebenfalls von etwaigen Kostenübernahmen ausgeschlossen. Zudem wird im Rahmen eines jeden Verkehrsunfalls polizeilich geprüft, ob der Unfallbeteiligte unter Drogen- oder Alkoholeinfluss gestanden hat.

Sollte dies der Fall sein, kann die Versicherung ebenfalls die Übernahme der entstandenen Unfallkosten verweigern. Vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sind zudem Rechtsstreitigkeiten mit dem eigenen Versicherungsanbieter und Verfahren wegen Halte- und Parkverboten. Um die genauen Konditionen und mögliche Spezifika, welche ein Versicherungsvertrag enthalten kann, genau zu überprüfen, sollte der Versicherungsnehmer vor dem Abschluss der Versicherung stets die Versicherungsunterlagen genauestens durchlesen, bei Unklarheiten dazu gegebenenfalls eine professionelle Beratung in Anspruch nehmen.

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