Private Rechtsschutzversicherung – Vergleich und Erfahrungen 2018

Was ist eine private Rechtsschutzversicherung?

Die Rechtsschutzversicherung unterstützt den Versicherungsnehmer dabei, rechtliche Interessen im privaten Bereich wahrzunehmen. Im Falle, dass eine Rechtsschutzversicherung eingreifen muss, werden die Kosten für die Klage von dieser übernommen. Sie bezahlt demnach den Anwalt, das Gericht, Sachverständige und zahlt Zeugen eine Entschädigung. Der Versicherungsnehmer wird in Streitfällen durch die Versicherung geschützt.

 

Wer ist abgesichert?

Versicherte Personen sind eheliche bzw. eingetragene Lebenspartner, minderjährige und volljährige, unverheiratete Kinder. Die Kinder sind so lange mit der Rechtsschutzversicherung abgesichert, wie sie keine auf Dauer angelegte berufliche Tätigkeit ausüben und entsprechendes Entgelt erhalten.

Die Rechtsschutzversicherung sichert den beruflichen Bereich von Privatpersonen oder nicht selbstständig beruflich agierenden Personen. Wahrgenommen werden die rechtlichen Interessen von Eigentümern, Haltern, Erwerbern, Mietern, Leasingnehmern oder Kraftfahrzeugfahrern. Vermieter, Verpächter, Pächter und Nutzungsberechtigte für Immobilien sind ebenfalls abgesichert.

 

Wo greift die Rechtsschutzversicherung?

Der Rechtsschutz greift beim Vertrags- und Sachenrecht, Schadensersatz-, Arbeits-, Steuer-, Sozialgerichts- und Disziplinarrecht. Weiterhin fallen Standes-, Straf- und Ordnungswidrigkeiten unter den Rechtsschutz. Außerdem gibt es Rechtsschutz in Verkehrssachen. Um Familien- und Erbrecht und für Opfer von Gewalttaten kümmert sich die Rechtsschutzversicherung ebenso.

Die Rechtsschutzversicherung ist eine Basisversicherung, die um Teile wie Verkehrsrechtsschutz und Berufsrechtsschutz erweitert werden kann. Bei der Basisversicherung handelt es sich um einen günstigen Rechtsschutz. Bei einer Versicherung werden meist nicht Fälle abgedeckt, die sich aus freiberuflicher und selbstständiger beruflicher Tätigkeit ergeben.

 

Was bedeutet das?

Abgesehen von der Rechtsschutzabsicherung für Opfer und Ordnungswidrigkeiten, wird die Versicherung bei Themen der Sozialgerichtsbarkeit hinzugezogen. Sie greift bei der Verteidigung bezüglich strafrechtlicher Vergehen und Schadensersatz.

 

Welche Deckungssumme wird empfohlen?

Es sollte darauf geachtet werden, eine ausreichende Deckungssumme für den Rechtsschutz zu wählen um die Kosten möglichst gering zu halten . Vom Bund der Versicherten werden folgende Empfehlungen ausgesprochen:

  • Allgemein min. 500.000€
  • Weltweit min. 25.000€
  • Kaution min. 100.000€
  • Kaution weltweit min. 100.000€

 

Welche Versicherungsbedingungen sind wichtig?

Versicherungsnehmer sollten auf die Bedingungen für den Eingriff der Rechtsschutzversicherung achten. Bei Verbrechen greift die Versicherung nicht. Bei strafrechtlichen Vergehen, werden jene abgedeckt, die höchstens mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafen geahndet werden.

 

Wartezeiten bei der Versicherung

Bevor die abgeschlossene beste Rechtsschutzversicherung greift, müssen mindestens drei Monate vergangen sein. Beim Vertragsabschluss greift die Versicherung nicht sofort, außer ein Versicherungsfall war nicht absehbar. Darunter können Strafanzeigen fallen, die gegen den Versicherten erhoben wurden. Dann wird die Karenzzeit der Versicherung ausgesetzt. Wichtig ist, dass die Versicherung vor Eintritt dieses Falles abgeschlossen worden sein muss.

 

Folgen eines zu oft wahrgenommenen Rechtsschutzes

Nutzt der Versicherungsnehmer seine Rechtsschutzversicherung zu häufig, kann es dazu kommen, dass die Versicherung den Vertrag kündigt. In diesem Fall ist es schwierig, eine neue Versicherung zu finden. Nach einem Versicherungsfall haben beide Parteien die Möglichkeit einer außerordentlichen Kündigung. Zu empfehlen ist es deshalb, eine Versicherung nur bei hohen Summen in Anspruch zu nehmen.

 

Beschränkung auf Privatrechtsschutz?

Die Rechtsschutzversicherung deckt nicht alles ab. Sie ist ein Spezialfall im Versicherungssystem, da der Versicherungsnehmer die Rechtsbereiche, welche abgedeckt werden sollen, selber wählt. Er hat die Wahl zwischen „nur“ einer Privatrechtsschutzversicherung oder einem Paket, dass z. B. Verkehrs-, Berufs- oder Mietrechtsschutz beinhaltet.

 

Die Leistungen der privaten Rechtsschutzversicherung

Eine andere Bezeichnung für den privaten Rechtsschutz ist der Familienrechtsschutz. Die Versicherung deckt nur Rechtsangelegenheiten des privaten Bereichs ab. Das kann die Streitigkeiten um beschädigte Gegenstände beinhalten oder zum Beispiel Rechtsstreitigkeiten bezüglich Kaufverträgen. Rechtliche Unstimmigkeiten bezüglich beruflicher Arbeitsverhältnisse, deckt die Versicherung nicht ab.

Sollen andere Bereiche mit abgesichert werden, muss der Versicherungsnehmer zusätzliche Versicherungspakte abschließen. In diesen Bereich fallen die Berufsrechtsschutzversicherung, die Verkehrsrechtsschutzversicherung oder die Mietrechtsschutzversicherung.

 

Der Leistungsausschluss

Versicherungsnehmern wird empfohlen auf den Leistungsausschluss zu achten. Von einer Kostenübernahme ausgeschlossen, sind Rechtsstreitigkeiten, die sich auf einverständliche Erledigungen beziehen. Das sind beispielsweise Aufträge, die an den Nachbarn vergeben werden. Deshalb ist es sinnvoll, einen Blick auf die Tarife von Rechtsschutzversicherungen im Vergleich und den jeweiligen Leistungsumfang zu werfen.

 

Die passende Versicherung finden

Um als Versicherungsnehmer eine passende Rechtsschutzversicherung zu finden, empfiehlt es, sich verschiedene Preis-Leistungsverhältnisse der Versicherungen zu vergleichen. Nur, wenn der Versicherungsnehmer weiß, welche Ansprüche er an eine Versicherung dieser Art hat, lässt sich eine passende Versicherung finden. Soll es nur der klassische private Rechtsschutz sein? Oder ist ein Versicherungspaket sinnvoller?

Im Internet lassen sich Vergleichsrechner finden, die verschiedene Angebote einander gegenüberstellen. Allerdings bedeutet eine teure private Rechtsschutzversicherung nicht automatisch eine bessere Absicherung. Beim Auswählen der geeigneten Absicherung muss der Versicherungsnehmer genau schauen.

 

Fazit

Die Rechtsschutzversicherung ist eine gute Möglichkeit für eine individuelle Absicherung. Wer nur die Grundabsicherung wählt, bekommt einen eingeschränkten Versicherungsschutz, der sich auf das Nötigste beschränkt. Bei Versicherungspaketen erhalten Versicherungsnehmer eine Kombination, die den Versicherungsschutz erweitert. Verbraucher müssen genau überlegen, welchen Versicherungsschutz sie für nötig erachten, und in welcher Preislage sich die möglichen Kandidaten befinden. Der Leistungsausschluss darf dabei nicht außer Acht gelassen werden.

Der Versicherungsnehmer sollte die Versicherung nur in Anspruch nehmen, wenn es sich um hohe Summen handelt, da es sonst zur Kündigung vonseiten der Versicherung kommen kann. Dazu kommt ein Blick auf die Deckungssumme, der nicht vergessen werden darf. Wer eine Versicherung abschließen will, muss dann nur mehr den Rechtsschutz vergleichen und die Geeignete für sich finden.

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